Posts mit dem Label New York werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label New York werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 11. Juni 2013

Rona Jaffe - Das Beste von allem

Genre: Roman
Broschur: 656 Seiten
Erscheinungstermin: Mai 2012
ISBN: 978-3-548-28475-0

Sie verdienen das Beste von allem 
Den besten Job, 
die beste Umgebung,  
die beste Bezahlung, 
die besten Kontakte.  
Aus einer Anzeige in der New York Times 

New York, 1956. Tausende junger Frauen entströmen jeden Morgen der Subway - auf dem Weg zu ihrem Broterwerb, dem Übergangsjob bis zu ihrer Entdeckung als Star oder zum Ort ihrer Berufung. Sie wollen oder müssen ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Die meisten nur so lange bis zur glücklichen Eheschließung mit einem netten jungen Mann. Ein paar jedoch sehen ihr Berufsleben nicht als Übergang an, sondern wollen sich emanzipieren, ablenken, etwas vergessen, sich verwirklichen, unabhängig sein und bleiben. 

So wie Caroline, die Hauptfigur in Rona Jaffes Debütroman aus dem Jahr 1958, der schon damals wegen seiner Ehrlichkeit und Tabubrüche für Furore sorgte. Wir deutschen Leser verdanken die Neuübersetzung und Wiederauflage der Kultserie MAD MEN – in der das Buch wohl als Bettlektüre fungiert. 

Caroline ist eine von fünf jungen Frauen Anfang zwanzig, die uns tief in ihr Leben einlassen. Sie versucht, die geplatzte Verlobung mit ihrer großen Liebe über die Anstellung bei Fabian Publications zu vergessen. Doch der Bürojob selbst füllt sie nicht aus. Sie zeigt Stil in allen wichtigen Belangen des Lebens und steigt durch Hartnäckigkeit, Ehrgeiz und Können bis zur Lektorin auf. Der Weg dorthin ist ein steiniger, aber durchaus interessanter. 

Freundinnen findet sie in der bodenständigen alleinerziehenden Barbara, der etwas naiven, vom Lande stammenden April, der glamourösen und erfahrenen Gregg und nicht zuletzt auch in der etwas unscheinbaren Mary Agnes. Alle haben sie ein Ziel: die große Liebe finden, den eigenen Weg gehen, Karriere machen, berühmt werden, das Leben mit Kind meistern … und immer wieder sind da Männer, die zu bestimmen haben, wie weit sie dabei kommen.

Dienstag, 30. April 2013

Lily Brett - Chuzpe

Genre: Gegenwartsliteratur
Taschenbuch: 333 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag
Erscheinungstermin: August 2006
ISBN: 978-3-518-41827-7

Chuzpe - ein aus dem hebräischen Wort für Frechheit, Dreistigkeit, Unverfrorenheit entlehntes jiddisches Wort; etwas das man hat oder nicht hat, nicht lernen kann; viel mehr als die tatsächliche Bedeutung. Chuzpe ist für mich auch etwas zu wagen, von dem andere glauben, das es nicht funktionieren kann und dieses "etwas" klug und vorausschauend zu planen. Genau das ist es was Ruths Vater Edek - seines Zeichens Ausschwitz-Überlebender - im Gegenteil zu seiner Tochter, hat: Chuzpe.

Aber beginnen wir am Anfang der Geschichte: Ruth lebt seit Jahren in New York und ist mittlerweile eine typische Einwohnerin der Stadt. Sie achtet strengstens darauf, was sie isst, um nicht zuzunehmen. Sie hat und pflegt ihre kleinen Eigenheiten und Neurosen. Ist geplagt von ständiger Sorge. Sorge um den 87 jährigen Vater, der nach dem Tod seiner geliebten Frau von Australien zur Tochter nach N. Y. übersiedelt. 

Vital wie er ist, versucht er, seiner Tochter in ihrer Firma unter die Arme zu greifen, was Ruth selbst aber eher stört: Er bestellt Unmengen von Büromaterial und schafft unnütze Geräte an. Ruth ist genervt und wünscht sich für Edek eine Aufgabe. Diese zeichnet sich ab, als Ruth und Edek auf ihrer gemeinsamen Reise nach Polen auf Zofia und Walentyna treffen. Zofia ist offensichtlich an Edek interessiert und er scheint auch nicht abgeneigt zu sein. Ruth ist froh, als sie wieder zurück in den U.S.A. und fern von Zofia sind. Was sie nicht ahnt ist, dass Edek, Zofia und Walentyna weiterhin Kontakt haben und die beiden Frauen alsbald mit gewonnen Greencards die Reise nach N.Y. antreten werden.

Samstag, 13. April 2013

Edward Rutherfurd: Im Rausch der Freiheit

Edward Rutherfurd: Im Rausch der Freiheit
Genre: Historischer Roman
Gebunden: 1.152 Seiten
ISBN: 978-3-89667-439-5
Verlag: Blessing
Erscheinungdatum: 2. April 2012


Mit 1150 Seiten ist Edward Rutherfurd‘s Reise durch 400 Jahre New Yorker Geschichte ein echter Wälzer. Von der Mitte des 17. bis ins 21. Jahrhundert begleiten wir vier Einwandererfamilien. Sie stammen aus Holland, Deutschland, Italien und England und suchen alle auf die eine oder andere Art ihr Glück. Rutherfurd lässt uns tief eintauchen in die jeweiligen Familiengeschichten; Wer Familienromane mag, kommt hier voll auf seine Kosten.
Zwischen diesen Buchdeckeln findet sich vieles, was man schon über die Ereignisse in diesen vier Jahrhunderten gehört oder gelesen hat. Ob Sklaverei, Bürgerkrieg, Prohibition mit ihren Flüsterkneipen, Rassenunruhen, Korruption oder Little Italy. All das und vieles mehr kommt zur Sprache.
Persönlichkeiten wie der grosse Caruso, George Washington, Abraham Lincoln, Theodore Roosevelt. Multimillionär John Jacob Astor und der legendäre Bankier J.P. Morgan werden auf solch lebendige Art porträtiert, dass man sie förmlich vor sich sieht. Das gilt übrigens auch für die vier fiktiven Einwandererfamilien mit ihren zahlreichen Nachkommen.

Dienstag, 26. März 2013

J.R. Moehringer - Knapp am Herz vorbei

Genre: Gegenwartsliteratur
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Erscheinungstermin: Februar 2013
ISBN: 978-3-10-049603-4

Die Wirtschaftskrise, die nächste große Depression, sie bringt die Menschen an den Rande des Wahnsinns: Die Arbeitslosenzahlen schießen in die Höhe, Existenzen scheitern aus dem Nichts, von heute auf Morgen leiden Menschen Hunger, deren Leben eben noch in geregelten Bahnen verlief - und das mitten im Herzen der westlichen Zivilisation, in New York City. Und so ist auch nur allzu verständlich, dass der Hass auf ein System wächst, indem die Verantwortlichen für die Misere und das wachsende Elend der armen Bevölkerung, nämlich die Bankiers, Vorstandsvorsitzenden und hohen Tiere des Finanzwesens, einfach so, unbeschadet und problemlos mit ihren kapitalen Fehlern davon kommen, während eine Mehrheit von weniger Privilegierten leidet. Zähneknirschend und hilflos muss dabei zugesehen werden, wie die J.P. Morgans und Rockefellers dieser Welt reicher und reicher werden, und dabei die Fäden in einem längst ungerecht gewordenen Gesellschaftssystem ziehen, dessen Krebsgeschwür, für alle sichtbar, die Welt der Banken ist. Nun sind Wirtschaftskrisen und die Auswüchse des Bankenwesens, wie man inzwischen, ob der Omnipräsenz des Themas, fast schon vergessen mag, ja natürlich nicht nur ein Phänomen des 21. Jahrhunderts, sondern bedrückten bereits im Verlauf des beginnenden letzten Jahrhunderts die Seelen der Menschen.

In einem solchen Klima wächst auch der irischstämmige William Sutton im New Yorker Stadtteil Brooklyn, als Sohn eines Schmieds, auf. Nach der Schule scheinen nur zwei Dinge klar zu sein: Die Jobs sind rar und die Perspektiven knapp. Ergattert er, oder einer seiner besten Freunde, Happy und Eddie, dann mal einen der wenigen verfügbaren Jobs, so ist dieser lediglich von kurzer Dauer, da immer bereits die nächste Krise vor der Tür steht und Willie und seine Freunde wieder in die dreckigen Straßen ihres Viertels verfrachtet. Man hat sich fast an die vielen Niederlagen gewöhnt und erträgt diese mit Humor, bis sich plötzlich alles ändert. Als Willie und seine Freunde eines Abends ihre Zeit im flackernden Licht des Vergnügungsviertels Coney Island totschlagen, begegnet er der jungen Bess und verliebt sich Hals über Kopf. Das Problem: Bess ist ebenso hübsch, wie ihre Familie reich ist - und ihrem Vater genügt ein einfacher Junge aus Irish Town natürlich nicht im Geringsten.