Sonntag, 18. Januar 2015

Mitch Albom - Dienstags bei Morrie

Genre: Erzählung
Taschenbuch: 217 Seiten
Verlag: Goldmann
Erscheinungstermin: 1. April 2002
ISBN: 978-3442451753

Als Mitch Albom erfährt, dass sein ehemaliger Soziologieprofessor an einer unheilbaren Krankheit leidet und bald sterben wird, beschließt er, wieder Kontakt zu ihm aufzunehmen und ihn zu besuchen. Noch immer ein Lehrer aus Leidenschaft bringt dieser seinem früheren Studenten in den nächsten Monaten wichtige Lektionen bei, über das Leben, die Liebe, den Tod. Mitch zeichnet all dies mit einem Diktiergerät auf, sicher, dass er diese Lektionen mit vielen Menschen teilen sollte.
Morrie Schwartz wurde nur zufällig Lehrer aber trotzdem war er einer der besten, die man sich vorstellen kann. Auch für Mitch Albom spielte er eine große Rolle, schon während seines Studiums konnte ihm sein „Coach“ immer wieder helfen, indem er ihm die richtigen Fragen stellte. Genau deshalb schwört sich Mitch bei seinem Abschluss, Kontakt mit ihm zu halten.

Viele Jahre später ist Mitch Albom ein erfolgreicher Sportjournalist und der Kontakt zu seinem Lehrer längst abgebrochen, doch da sieht er ihn plötzlich in einer Fernsehsendung wieder und erfährt, dass er unheilbar krank ist und schon bald sterben wird. Jetzt will er endlich nachholen, was er so lange versäumt hat und nimmt wieder Kontakt zu ihm auf. Morrie leidet an amyotropher Lateralsklerose (ALS) und obwohl im seine Ärzte noch zwei Jahre gegeben haben, weiß er, dass er die nicht mehr haben wird. Er weiß, wie er sterben wird und er scheint völlig damit einverstanden zu sein. Mitch macht er keine Vorwürfe, im Gegenteil, er beschließt, ihm alles beizubringen, was er über das Leben weiß und dieser zeichnet alles mit einem Diktiergerät auf. Jeden Dienstag kommt er zu Besuch und jeden Dienstag wird Morries Körper schwächer aber er behält seinen Humor und seinen Scharfsinn und obwohl er nichts mehr alleine tun und kaum noch atmen kann ist er immer noch zu Scherzen aufgelegt und bringt seinem Studenten alles bei, was er weiß. Mitch wird klar, dass er falschen Zielen nachgejagt hat, Ruhm und Reichtum, und dabei die wichtigsten Dinge, die Liebe zu seiner Frau, seine Familie, fast vergessen hat.
Noch bevor Morrie stirbt bekunden Verlage ihr Interesse an der Geschichte der beiden, was die „Dienstagsmenschen“ sehr stolz macht und was vor Allem Morrie ermöglicht, seine Arztrechnungen zu bezahlen. Jetzt darf der Leser diese wunderbaren letzten Wochen miterleben und ebenfalls teilhaben an Morries Lektionen.
Das Buch ist eine ganz wunderbare - wahre - Erzählung. Beim Gedanken an die grausame Diagnose und die letzten Wochen im Leben eines schwer kranken Mannes kommt wohl eher keine fröhliche Stimmung auf, aber Morrie schafft es, auch kurz vor seinem Tod noch positiv zu denken und das, obwohl er vollständig die Kontrolle über seinen Körper verloren hat, ja, noch nicht einmal mehr vernünftig atmen kann. Er akzeptiert seine Situation, ist dankbar, für das Leben, das er hatte, und versucht, das Beste daraus zu machen, jetzt vollkommen von der Hilfe anderer abhängig zu sein. Und er schafft es, Mitch und seinen Lesern noch dazu zu bringen, über das Leben nachzudenken und darüber, war wirklich wichtig ist. Dass man nicht nur lernen muss, anderen zu verzeihen, sondern auch sich selbst. Dass es nichts Wichtigeres gibt, als die Liebe. Und dass Reichtum und Geld nichts mehr wert sind, wenn man weiß, dass man sterben wird.
Die Geschichte bringt zum Lachen und rührt zu Tränen. Man wünscht sich, Morrie selbst kennen zu lernen und auch ungeschönten Details seiner Krankheit wirken irgendwie zweitrangig. Wahrscheinlich fallen einem während der Lektüre auch Lehrer ein, die einen geprägt haben, oder andere wichtige Menschen, zu denen man den Kontakt verloren hat. Oder man macht sich einfach mal wieder Gedanken darüber, was man eigentlich vom Leben erwartet und ob man auf dem richtigen Weg dorthin ist. Ich bin auf jeden Fall noch schwer berührt von „Dienstags bei Morrie“ und kann es nur jedem empfehlen.

Note: 1,3


  • Humor: 2
  • Anspruch: 1
  • Spannung: /
  • Emotion: 1
  • Piratenfaktor: 1

Kommentare:

  1. Ich liebe dieses Buch! Es ist einfach unheimlich schön! So emotional! Und trotz der schlimmen Diagnose so positiv! Mich hat es total berührt!

    LG Cat

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  2. Ja, so ging es mir auch, es ist wirklich beeindruckend!

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